Dill - Das Hunsrückdorf

 Geschichte

Mit dem Bau einer Burg vermutlich um 1000 nach Christus auf einem Felsen in der vom Sohrbach durchflossenen Talmulde beginnt die Geschichte des Dorfes Dill. Diese geographische Lage in einer Mulde oder Delle, mag wohl auch der Name gegeben gewesen sein, denn es gibt zahlreiche Orte in Deutschland mit der Silbe -dill-, die auf Wasser hindeuten.

Im Schutz der Burg entstanden rund um den Felsen die Häuser der Menschen, die nun vile Jahrhunderte lang den Burgbesitzern als Untertanen dienten. Die charakteristische Burgsiedlung ist bis heute geblieben.

Nach dem Übergang der Burg, Länderreien und Siedlungen aus der Erbschaft der Grafen von Nellenburg/Mörsberg durch die Heirat von Mechthild mit dem Grafen Meginhard von Sponheim gelangte Dill bis zur Französischen Revolution unter Verwaltung der Gemeinsherrschaft Kurpfalz/Veldenz/Baden, doch blieb der Name der Grafschaft Sponheim erhalten.

Eine Besonderheit für Dill war die Verleihung von Jahr- und Wochenmärkten und seiner städtischen Freiheit im Jahre 1427 durch den letzten Sponheimer Grafen Johann V. Bis heute erinnern sich die Einwohner von Dill daran mit einem Stolz und haben 1927 deshalb eine 500 Jahr-Feier begannen. Daneben ist eine Episode Hunsrücker Montangeschichte zu erwähnen, denn mit dem Dorf Dill ist die erste Erwähnung des mittelalterlichen Erzabbaus im Hunsrück im Jahre 1439 verbunden. Heute erinnert nichts mehr an die alte Abbauberechtigung.

All dies reichte jedoch nicht, um dem Ort einen städischen Charakter oder Entwicklungspotentiale für eine Stadt zu geben. Zum einen blieben die Rechte der Herrschaft und die Pflichten der Untertanen bis auf wenige Ausnahmen bestehen, zum anderen war die Konkurrenz zu der nahen Oberamtsstadt Kirchberg als Verwaltungs-,Handels- und Verkehrsmittelpunkt nicht zu überbieten.

Obwohl als eine Stammburg der Sponheimer angesehen, die nie geteilt werden sollte, litt sie und nicht zuletzt Amt und Ort Dill unter den Familienzwistigkeiten zwischen der Vorderen und Hinteren Grafschaft Sponheim. Die Burg war nie ständiger Wohnort eines Mitgliedes der Grafenfamilie, sondern bot immer nur vorübergehende Aufnahme. Schließlich wurde sie von fremden Eroberern zwar bewohnt, doch zum Schluss im Jahre 1697 zerstört, so dass nur noch die Ruine eines mächtigen Wohnturmes an diese Zeit erinnert. Mancher Stein von der Burg, wurde in späteren Jahren als Mauerstein im Ort verbaut.

Die häufigen Wechsel in der Verwaltung, auch in der territorialen Zuordnung, die konfessinelle Eigenständigkeit einer lutherrischen Kirche in einem reformierten Umfeld, führte bei den Bewohnern zu vorsichtigem Agieren und Verhalten bei vielen Neuerungen  und versuchten Reformen. Um nichts falsch zu machen, wurde zunächtst wie in den seit dem 19. Jahrhundert erhaltenen Gemeindeprotokollbüchern zu ersehen ist von den Verantwortlichen grundsätzlich alles abgelehnt  und erst dann nach längerer Überlegung zugestimmt.

Das veranlasste manche Pfarrer und davon waren in der 400 Jahre währenden Kirchengeschichte des Ortes immerhin 30 bis 35 tätig gewesen zurecht harten Urteilen über Charakter der ortsansässigen Bevölkerung. Die Diller Kirche ist zugleich ein kleinod unter den Hunsrücker Kirchen mit ihren Gemälden aus dem 18. Jahrhundert, die der Malerfamilie Engisch zugeschrieben werden.

Dies alles haben Generationen von Menschen geschaffen, sie haben es erlebt und durchlitten. Auf ihre Geschichte und Lebenszeiten wird in unserer Ortschronik zurückgeschaut und auch Gegenwärtiges berücksichtigt.

Dill heute

Dill hat heute ca. 200 Einwohner, eine Burgruine, ein Neubaugebiet, eine Plangebiet von 2 ha zur Erholung und den unbändigen Willen das dörfliche Gemeinschaftsleben voranzubringen.

Dies wird eindrucksvoll durch das rege Vereinsleben (Männergesangverein, Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, Kirchenchor, Landfrauen)  und die spontanen Aktivitäten von Diller Bürgern (z.B. "Erntedankfest") demonstriert.

Nicht zu letzt ist der Jugendraum "Der Backes" zu erwähnen, in dem der "Nachwuchs" zwar nicht immer kritiklos aber doch rege am Dorfleben teilnimmt.

Alle Wege führen nach Dill...